Hemdener SV 1972 e.V.
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Mythen und Fakten (Fitness und Gesundheitssport)

 

 

Training: Versäumtes nachholen geht nicht!

Wer ein Trainingsprogramm unterbrochen hat- egal ob der innere Schweinehund, andere Verpflichtungen oder eine Krankheit die Gründe waren-, muss nach der Pause maßvoll wieder beginnen. Ganz falsch wäre es, ein Übungsdefizit durch das doppelte Pensum wieder aufholen zu wollen. „Nachholen geht nicht!“ sagt der Sportwissenschaftler Dr. Dieter Lagerström von der deutschen Sporthochschule Köln im Gesundheitsmagazin Apothekenumschau.

 

„Das Grundprinzip des Trainings ist es, sich auf die gegebenen Voraussetzungen zu beziehen,“ Begründet er seine Aussage. Prinzipiell Bewegungswilligen, die aber immer wieder einmal der Bequemlichkeit erliegen, rät Lagerström einen zuverlässigen Sportpartner zu suchen.

(Apothekenumschau 7/2004)

 

Einmal Training pro Woche bringt nichts!

Das ist nur bedingt richtig. Zwar kann man langfristig mit einem einmaligen Training pro Woche keine gezielten Leistungsverbesserungen erzielen, sondern erst mit zwei bis drei Trainingseinheiten, doch gerade Einsteiger oder Widereinsteiger können auch mit einem Training pro Woche gewisse Erfolge erzielen. Auch hier gilt: Einmal ist besser als keinmal! Insbesondere bei dem Ziel der Erhaltung der Gesundheit ist jede zusätzliche körperliche Aktivität präventiv wirksam.

 

Wer viel Schwitzt, verbrennt mehr Fett!

Nein, wer viel schwitzt, verliert viel Wasser! Dies kann zwar auch, z.B. bei einem langen aeroben Ausdauertraining, mit einer intensiven Fettverbrennung einhergehen, aber auch genauso durch hohe Umgebungstemperaturen, warme Kleidung oder sehr intensive Belastungen begründet sein.

 

Mit Gymnastik kann man gezielt Fett an Problemzonen abbauen!

Das stimmt so nichtZwar kann man mit Programmen wie „Bauch-Baine-Po“ gezielt bestimmte Muskulatur aufbauen, Fettabbau jedoch erfolgt hauptsächlich durch Ausdauertraining bzw. durch eine Kombination aus Ausdauer. und Krafttraining. Dabei erfolgt durch die erhöhte Verbrennung von Kalorien ein allgemeiner, nicht jedoch auf bestimmte Stellen beschränkter Fettabbau.

 

Muskelkater entsteht durch Übersäuerung!

Lange Zeit dachte man, dass die Ursache für Muskelkater in einer Übersäuerung des Muskels zu suchen ist. Die Vermutung lag nahe, da sich mit steigender Trainingsintensität auch die Bildung von Laktat in der Muskulatur erhöht. Jedoch wird das in der Muskulatur angesammelte Laktat recht schnell wieder abgebaut. Das heißt nach einigen Stunden oder am nächsten Tag, dann wenn der Muskelkater voll zuschlägt, ist der Laktatspiegel längst wieder auf Normalniveau gesungen. Man geht heute vielmehr davon aus, dass kleinste Risse in der Muskulatur der Auslöser von Muskelkater sind. Diese Mikrotraumen auf der Ebene der Eiweißstrukturen von Muskelzellen führen zu einer lokalen Entzündungsreaktion und Schwellung, welche zeitverzögert den Schmerz beim Muskelkater auslösen. Als Ursache für Muskelkater gelten schnelle, hohe und ungewohnte Kraftbelastungen, insbesondere exzentrische Kontraktionen (bremsende Bewegungen; bergab gehen).